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Montag, 6. Mai 2019

SIPRI: 2018 gaben die USA zehnmal so viel aus für ihr Militär wie Russland

Zahlen könnten erhellen und sogar wirken, wenn sie ausreichend publiziert würden. Dies würde voraussetzen, dass Presse und sogenanntes öffentlich-rechtliches Radio und TV, Wichtiges auch an prominenter Stelle vermelden. Der ein oder andere Kommentar, der Fehlausgaben und Wahnsinn beschreiben würde, wäre zusätzlich hilfreich.

Alternativ könnten die Informierten versuchen, sinnvolle Konsequenzen aus Tatsachen zu ziehen. Doch der deutschen Regierung und Militär-Ministerin Ursula von der Leyen sind Zahlen und Fakten offensichtlich egal.

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Zahlen aus SIPRI Fact Sheet - Trends in world military expenditure, 2018; eigene Grafik


Deutschland steigerte seine Rüstungsausgaben 2018 noch im Vergleich zu 2017. Es überholt damit Japan, das 43 Millionen mehr Einwohner hat und in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich gleich drei Atommächte - China, Russland und Nordkorea - befinden. So setzt die Bundesregierung auf Konfrontation, auf Raketen- und Panzergerassel gegenüber Russland, einem Staat, der die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte und im 2. Weltkrieg von Deutschland überfallen wurde.

Hier die topaktuelle Rangfolge bei den weltweiten Militärausgaben. Ermittelt vom Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI). Sie wird immer im Frühjahr des Folgejahres für das vorgehende Jahr veröffentlicht. Zahlen von SIPRI waren während der Ost-West-Verhandlungen eine von beiden Seiten anerkannte Verhandlungsbasis. Überlegen Sie bitte kurz, wie schön und wirtschaftlich sinnvoll es wäre, wenn nur Teile dieses Geldes in die Bekämpfung von Hunger, Krankheiten und Rentenlücken fließen würden. Alle Angaben in Milliarden US-Dollar; die Zahlen für China und Saudi-Arabien sind von SIPRI geschätzt.

Die Top 10 bei den Militärausgaben 2018 in US-Dollar:

1. USA (36% der weltweiten Militärausgaben): 649 Milliarden

2. China (14% der weltweiten Militärausgaben): 250 Milliarden

3. Saudi-Arabien (3,7% der globalen Militärausgaben): 67,6 Mrd.

4. Indien: 66,5 Mrd.

5. Frankreich: 63,8 Mrd.

6. Russland: 61,4 Mrd.

7. Großbritannien: 50,0 Mrd.

8. Deutschland: 49,5 Mrd.

9. Japan 46,6 Mrd.

10. Süd-Korea 43,1 Mrd.

Deutschland gab 2018 49,5 Milliarden US-Dollar fürs Militär aus. Das sind gut 80 Prozent von dem, was Russland, der größte Flächenstaat der Erde, ausgibt. Deutschland grenzt aber im Osten nicht an die Atommächte China und Nord-Korea und im Süden nicht an den Kaukasus. Deutschland grenzt an Polen, an weitere NATO- und EU-Staaten sowie an die Schweiz.

Wenn man die enormen Ausgaben aller NATO-Staaten zusammenrechnet (weit über 900 Milliarden US-Dollar 2018) und diese mit den Ausgaben von Russland (61,4 Milliarden US-Dollar) vergleicht, wird klar, hier kann es nicht um Verteidigung gehen.

Geht es um Konzerngewinne, um Geld und Geschäfte für Aufrüster, Ausrüster, Öl-ins-Feuer-Gießer? Um Neokolonialismus, Imperialismus oder nur um Dominanzgehabe? Wissen die fast noch neue CDU-Chefin und die Bundeskanzlerin nicht einmal, wo Deutschland auf dem Globus zu finden ist? Das Spielen mit dem Gedanken an einen französisch-deutschen Flugzeugträger lässt es vermuten. Dabei helfen „wir“ (ich möchte eigentlich nicht) dem in manchem großen Frankreich bereits in Mali, der ehemaligen französischen Kolonie, deren Grenze mit dem Niger mit dem Lineal gezogen wurde, die Uranvorräte dieser beiden afrikanischen Staaten für fremde Interessen blutig zu sichern.

Wenn es nicht Gefahr und Verderben bedeuten würde, und wenn es nicht bedeuten würde, dass diese vielen raus geschmissenen Milliarden seit Jahrzehnten für anderes schmerzlich fehlen, wäre es einfach lächerlich und abstrus.

Abstrus auch, dass man von den so benannten „Grünen“ zur Umweltvernichtung und Verstrahlung (zum Beispiel durch Uranmunition) und zur Ressourcen-Fehlallokation durch Aufrüstung und Waffen kaum etwas vernimmt. „Gewaltfrei“ hieß einst einer der nicht-ehernen Grundsätze der Grünen. Obsolet spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen Serbien [ja, genauso sieht es die Neue Zürcher Zeitung in diesem Artikel]. Die CDU und die CSU führen das „Christlich“ noch heute im Namen. Die SPD war mal „Sozial“ und in Maßen unmilitaristisch wird kolportiert, wenn man von Kriegskrediten, brenzligen Situationen und Figuren wie Gustav Noske absieht. Ist wenig oder rein gar nichts davon geblieben?

Quelle für die Zahlen ist das SIPRI Fact Sheet April 2019, das Sie hier kostenlos als PDF anschauen und herunterladen können. Grafik + Text: rw

Dienstag, 19. März 2019

Europäische Demokratie oder Lobbykratie oder Oligarchie?

Bereits im Jahr 1999 gewährte einer der noch heute bekanntesten europäischen Politiker Einblick in die Funktionsweise der EU:

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Das Zitat im Spiegel zum Nachlesen. Autor Dirk Kock findet übrigens, durch solcherlei Äußerungen erweise sich Jean-Claude Juncker als "pfiffiger Kopf".

Grafik + Text: rw

Dienstag, 26. Februar 2019

Wenn Monopol keinen Spaß mehr macht: Verscherbelt DuMont Kölner Stadt-Anzeiger und Express?

Auflagenzahlen im Sturzflug, Zusammenlegung von Redaktionen: So manches deutete in den letzten Jahren daraufhin, dass es dem Kölner Medienmonopolisten DuMont nicht allzu gut geht. Nun sollen laut Horizont und Meedia.de alle Regionalmedien wie Kölner Stadt-Anzeiger, Kölner Express, Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Mitteldeutsche Zeitung und die Hamburger Morgenpost verkauft werden. Auch die Anzeigenblätter und die Druckereien sollen betroffen sein.

Die imposanten, hinter Glas gefangenen Laubbäume an der Amsterdamer Straße in Köln-Niehl, dem Sitz des DuMont Verlagshauses, täuschen. Die Auflage des Kölner Stadt-Anzeigers (wird seit 1999 gemeinsam mit der Kölnischen Rundschau ausgewiesen) sank innerhalb von 20 Jahren um 42 Prozent. Beim Kölner Express schaut es noch dramatischer aus. Hier implodierte die Auflage innerhalb von zwei Jahrzehnten um satte minus 70 Prozent.

Insgesamt betrachtet, erscheint DuMont noch gerade so in der Gewinnzone [2017: 615 Millionen Euro Umsatz; 6,5 Millionen Euro Gewinn = immerhin eine Verdoppelung, im Jahr 2016 waren es nur 3,2 Millionen Euro Gewinn]. Beim Doch-noch-Rendite-machen helfen unter anderem Arbeitsplatzabbau, Tarifflucht, die Mindestlohn-erst-später-Übergangsregelung für Zeitungszusteller sowie die Absenkung des Arbeitgeberbeitrags zur Rentenversicherung für minijobbende Zustellerinnen und Zusteller. Das kann man erbärmlich, asozial oder notwendig finden: Trotzdem ist die Zeit der hohen Monopol-Renditen im Kölner Raum und überall längst vorbei.


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Der Verlag versuchte zu sparen, wo es nur ging. So berichtete die Taz im Mai 2018, dass DuMont seine Hauptstadtredaktion auflöst und mit Madsack eine gemeinsame Redaktion für Politik und Wirtschaft gründet. Etwas kritischer und pointierter als die Taz, betrachtet dies der Deutsche Journalisten-Verband NRW, der titelte: "DuMont: Abschied aus der ersten Liga". Schon zuvor hatten der Kölner Stadt-Anzeiger und der Express keine eigene Redaktion in Berlin, wurden aber wenigstens von der verlagseigenen Redaktionsgemeinschaft, die alle DuMont-Titel belieferte, mit Meldungen und Berichten zur Lage in der Mark Brandenburg und der überregionalen Politik versorgt.

Was sind die Gründe für den Niedergang des Traditionshauses DuMont?


Noch sind die heute bekannt gewordenen Pläne nicht offiziell bestätigt. Sie werden aber bisher auch nicht dementiert.

Das Internet wird allgemein für den Niedergang der meisten Zeitungen verantwortlich gemacht. Doch ist dies tatsächlich der wichtigste Grund? Oder sind es nicht eher Sparmaßnahmen bei Redaktionen und beim Korrespondentennetz? So kann immer weniger sauber recherchiert und im besten Falle aufgedeckt und enthüllt werden. Stattdessen wird Verlautbarungsjournalismus betrieben. Statements und Presseerklärungen von Regierungen, Unternehmen, Behörden, Wirtschaftsverbänden, Parteien und sonstigen Interessengruppen werden einfach abgeschrieben. Was sonst noch überregional gebraucht wird, kommt von der dpa und Associated Press (AP).

Folge: Die Schlagzeilen der deutschen Presseerzeugnisse ähneln sich frappierend, sind oft gar identisch. Wenig wird hinterfragt. Politischem und wirtschaftlichem Druck wird nachgegeben. Journalisten wissen, es geht wenig um die Qualität ihrer Berichterstattung, es geht um Kosten. Und wer zu sehr aufmuckt und intern oder extern kritisch agiert, steht schneller auf der Abschussliste als der Duckmäuser.

Was bedeutet dies für Köln? Chance oder noch mehr Provinzialisierung?


Im ersten Moment könnte man den (noch potentiellen) Verkauf als Chance betrachten. Denn aktuell kontrolliert DuMont den Kölner Pressemarkt und den weiter Teile der Region nahezu vollständig: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Kölner Express, Kölner Illustrierte, Live Magazin, Kölner Wochenspiegel, Wochenende, Werbekurier, Brühler Schlossbote, Anzeigenecho, Bergisches Handelsblatt ... Die Liste ist nicht vollständig. Hinzu kommen Lokalradios wie Radio Köln, Radio Berg, Radio Leverkusen, Radio Erft sowie digitale Plattformen und Services wie Corporate Publishing.

Ein Presse-Monopol kann lähmen, denn das eigentlich notwendige Regulativ, der kritische Beobachter, entfällt gelegentlich oder öfter. Hat DuMont in den vergangenen Jahrzehnten Köln gelähmt? Haben die Bürger, die Steuerzahler und die Mittelständler das erfahren, was wichtig ist in der Stadt und den Städten und Kreisen des Umlandes? Haben die Zeitungen, die Medien des Verlags den Vorhang aufgezogen oder zugehalten? Wenn die Verlegerfamilie DuMont in den Oppenheim-Esch-Fonds investiert ist [Link zu einem Artikel im Manager Magazin], könnte dies beispielsweise erklären, dass der Kölner Stadt-Anzeiger nicht Speerspitze der Aufklärung bei den Oppenheim-Esch-Affäre(n) war. Auch beim Kölner Müllskandal und der damit verknüpften, pardon, verschmierten Kölner Spendenaffäre war es die kleine, unabhängige StadtRevue, die früh investigierte und die richtigen Fragen stellte, nicht der Monopolist mit all seinen Möglichkeiten und Kontakten. Aber dürften Abonnenten und Leser nicht genau dies erwarten?

Andererseits ist DuMont wenigstens ein Unternehmen, das in Köln sitzt und aus Köln deutschlandweit agiert. Es steht zu befürchten, dass etwaige Käufer noch mehr einsparen und möglicherweise den Hauptsitz der verkauften Verlagsteile und Druckereien verlegen. Was wird aus dem DuMont Druckzentrum Köln? Anscheinend arbeitet es ohnehin seit Jahren nicht profitabel. Wird das ein oder andere Medium ganz verschwinden? Dass all dies für den regionalen Arbeitsmarkt und für die regionale Berichterstattung nicht positiv sein dürfte, ist klar.

Aktuell existiert eine Lücke. In diese könnte nur ein Verleger oder ein Projekt mit Mut, Visionen und Kapital vorstoßen. Alles zusammen findet sich in Zeiten der Shareholder Value nur noch höchst selten.

Zum Abschluss die Anstalt (ZDF) zu Verlegermacht und Presseeinfalt. Denn leider spiegeln sich die Kölner Verhältnisse in größeren Dimensionen in ganz Deutschland:



eingebettetes YouTube-Video; Foto oben von Ana Quintans, entdeckt auf unsplash.com, Blick über die Dominikanerkirche St. Andreas nach Westen, von mir beschnitten und mit Schrift versehen; Text: rw, der Beitrag wurde von mir ergänzt und teil-überarbeitet | Zwei interessante Foto-Details: Wenn Sie das Bild groß genug betrachten, sehen Sie es in der Ferne am Horizont zu beiden Seiten des Colonius Fernsehturms dampfen. Links sind es die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Niederaußem, rechts die des Braunkohlekraftwerks Neurath, des gemesssen an der installierten elektrischen Bruttoleistung größten Kraftwerks Deutschlands

Dienstag, 19. Februar 2019

Abenteuer in Rio - als Actionkino noch romantisch, witzig, intelligent und französisch war

Faszinierende Tim und Struppi-Hommage von Philippe de Broca mit Jean-Paul Belmondo, die ich als Teenager im deutschen TV sah. L'homme de Rio ist ein Film voller genialer Akteure, mit Exotik, Überraschungen, Tempo und Menschlichkeit und mit Françoise Dorléac, der viel zu früh verstorbenen älteren Schwester von Catherine Deneuve. In diesem Film ist sie betörend, manchmal kratzbürstig, willensstark, erotisch, eigenwillig und grandios wie Belmondo, der ohne Double, die verrücktesten Dinge tut.

Die Filmmusik stammt vom enorm produktiven Georges Delerue [Link zu Musikausschnitten und Videos]. Der sehenswerte Trailer ist von dem 2018 leider verstorbenen Produzenten Arild Rafalzik [Link zu seinem YouTube-Kanal].




In Deutschland relativ unbekannt ist Abenteuer in Rio für mich ein unvergessliches Meisterwerk. Prägend für ein ganzes Genre. In seiner Art unerreicht von Nachfolgern wie Indiana Jones. Ganz großes Kino! Aus einer Zeit als Abenteuer noch Abenteuer hieß und eben nicht Action. Denn Menschen nicht Tricks schaffen die wahren Erlebnisse.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Oliver Stone über Kriegstreiber

In denkwürdigen Zeiten, in denen die deutsche Bundeskanzlerin und ihr Außenminister Position beziehen für einen selbsternannten venezolanischen Präsidenten, tut es gut, einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, was eigentlich passiert.

Oliver Stone leistet diesen Blick auf die Details und das Ganze immer wieder mit seinen Spielfilmen und Dokumentationen. Hier seine Rede vor der Writers Guild of America 2017, anlässlich der Verleihung des Writers Guild, West Laurel Award for Screenwriting Achievement. Ein Preis, der das Lebenswerk würdigt.




Der Autor und Regisseur Stone erwähnt unter anderem die zahlreichen bis zahllosen Angriffskriege und verdeckten und offenen Interventionen der USA. Und er spricht davon, dass Ursache dafür nicht ein Politiker wie Trump ist, sondern das alles durchdringende System aus Republikanern wie Demokraten. Der "Militärisch-Industrielle-Sicherheits-Geld-Medien"-Komplex hat uns laut Oliver Stone fester im Griff, als der ein oder andere es wahr haben will. Er könnte recht haben: Auch in Deutschland wird über das Allzu-Offensichtliche in den klassischen Medien und im TV nahezu nie berichtet. Eine Ausnahme von der Regel bildet der Beitrag "Der neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA" von Michael Hennes auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Text ist bereits aus dem Jahr 2003, auch das sagt einiges.

Nun noch ein Ausschnitt aus dem erhellenden Film JFK, in dem Oliver Stone Regie führte und für den er mit Zachary Sklar das Drehbuch schrieb. Donald Sutherland alias Mr. X spricht über Tausende in Vietnam verlorene Helikopter und über "no war, no money". Für manche einer der großartigsten Monologe der Filmgeschichte:




Übrigens warnte der scheidende US-Präsident und General of the Army Dwight D. Eisenhower in seiner Abschiedsrede [Link zur historischen Rede auf YouTube] vor dem beängstigenden und umfassenden Einfluss des Militärisch-Industriellen Komplexes. Sein Nachfolger hieß John F. Kennedy.

PS: In meinem Collage-Comic auf www.skurrilen.de vertritt Freibeuter Francis Drake die gewagte Ansicht, dass natürlich nur Königin Elizabeth I. entscheide. 

Dienstag, 15. Januar 2019

Rückkehr der Romantik? Fischersweiber + Konzert im Kölner Dom am 17. Januar

Musik der großartigen Sebastian Müller Band hatte ich im Texter-Blog bereits gepostet. Jetzt gibt's einen Nachschlag. Dieser Song ist wohl inspiriert vom bekanntesten aller romantischen Brüderpaare, den Gebrüdern Grimm:




Bei meiner Kurz-Recherche stolperte ich über diesen Film-Trailer zu "Der Fischer und seine Frau" von Doris Dörrie. Schöne Bilder und eine interessante Geschichte. Den Film gibt es als DVD in der Stadtbibliothek Köln ...




Dann ein brandaktueller Konzert-Tipp: diesen Donnerstag, 17. Januar 2019 im Kölner Dom, Beginn 20 Uhr, Chormusik der Romantik, vorgetragen vom Kammerchor der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Das Konzert ist kostenlos. Die Eingänge werden zu Konzertbeginn von den strengen Kirchen- bzw. Domschweizern geschlossen. Mehr Infos zum Konzert auf der Seite mit den Domkonzerten.

eingebettete YouTube-Videos, für mehr Informationen beim Abspielen zu YouTube wechseln; über die Romantik habe ich Pirat Francis Drake bereits eine steile These formulieren lassen, in meinem Comic auf www.skurrilen.de (mit Links!)

Dienstag, 8. Januar 2019

Propaganda für das Imperium? Kriegs-Kinderfilm Star Wars

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Ja, ich selbst war fasziniert, mindestens zwei Jahrzehnte lang: Star Wars war für mich Science-Fiction und Fantasie pur. Den ersten Teil (heutzutage Teil IV) sah ich im mittlerweile abgerissenen Kölner Kinopalast „Theater am Rudolfplatz“. Wie gern flüchtete ich mich in die scheinbar fernen Welten der gewagt frisierten Prinzessin und des Lords Finster-Helmchen.

Doch was ist Star Wars? Die Reihe trägt den Krieg im Zweiwort-Titel. Die Filme haben FSK-Freigabe ab 12 Jahren. Das heißt Kinder ab 12 dürfen die Filme im Kino alleine sehen. Kinder ab 6 in Begleitung eines Elternteils.

Wie von Lieutenant General und Major General gemeinsam ausgeheckt


Ist Star Wars - mittlerweile Disneyprodukt wie Marvel - dessen Helden gerne Piloten sind und offiziell gegen das Imperium kämpfen, in Wirklichkeit pro-imperiale Hetze? Die beste Lösung in Star Wars heißt Gewalt. Und bombig beeindruckend und spaßig ist die Gewalt, wenn sie von weit oben alles und jeden hinwegfegt. Wem nutzt diese Darstellung? Was wird versucht, in unsere Kinds-Köpfe zu implantieren?

Der ein oder andere englisch-sprachige Feuilletonist versucht Star Wars, als Anti-Vietnamkriegs-Protest darzustellen. War es das je? Oder ist es das exakte Gegenteil? Was bewirkt dieses Kriegs-Kinderfilm-Spektakel? Dient Star Wars zur Anwerbung der Kampf- und Drohnenpiloten oder ehrt es sie nur?

Könnte das US-Militär glücklicher sein über ein Medienprodukt?

Foto von Greg Rakozy, entdeckt auf unsplash.com, beschnitten und mit eigener Schrift versehen; Text: rw