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Donnerstag, 14. Februar 2019

Oliver Stone über Kriegstreiber

In denkwürdigen Zeiten, in denen die deutsche Bundeskanzlerin und ihr Außenminister Position beziehen für einen selbsternannten venezolanischen Präsidenten, tut es gut, einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, was eigentlich passiert.

Oliver Stone leistet diesen Blick auf die Details und das Ganze immer wieder mit seinen Spielfilmen und Dokumentationen. Hier seine Rede vor der Writers Guild of America 2017, anlässlich der Verleihung des Writers Guild, West Laurel Award for Screenwriting Achievement. Ein Preis, der das Lebenswerk würdigt.




Der Autor und Regisseur Stone erwähnt unter anderem die zahlreichen bis zahllosen Angriffskriege und verdeckten und offenen Interventionen der USA. Und er spricht davon, dass Ursache dafür nicht ein Politiker wie Trump ist, sondern das alles durchdringende System aus Republikanern wie Demokraten. Der "Militärisch-Industrielle-Sicherheits-Geld-Medien"-Komplex hat uns laut Oliver Stone fester im Griff, als der ein oder andere es wahr haben will. Er könnte recht haben: Auch in Deutschland wird über das Allzu-Offensichtliche in den klassischen Medien und im TV nahezu nie berichtet. Eine Ausnahme von der Regel bildet der Beitrag "Der neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA" von Michael Hennes auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Text ist bereits aus dem Jahr 2003, auch das sagt einiges.

Nun noch ein Ausschnitt aus dem erhellenden Film JFK, in dem Oliver Stone Regie führte und für den er mit Zachary Sklar das Drehbuch schrieb. Donald Sutherland alias Mr. X spricht über Tausende in Vietnam verlorene Helikopter und über "no war, no money". Für manche einer der großartigsten Monologe der Filmgeschichte:




Übrigens warnte der scheidende US-Präsident und General of the Army Dwight D. Eisenhower in seiner Abschiedsrede [Link zur historischen Rede auf YouTube] vor dem beängstigenden und umfassenden Einfluss des Militärisch-Industriellen Komplexes. Sein Nachfolger hieß John F. Kennedy.

PS: In meinem Collage-Comic auf www.skurrilen.de vertritt Freibeuter Francis Drake die gewagte Ansicht, dass natürlich nur Königin Elizabeth I. entscheide.